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Länger als 30 Tage in Thailand: Welches Visum passt 2026 zu Ihrem Plan?

8 min Lesezeit
Immigration mit Akten und Wartemarke

Seit September 2026 gibt es Thailand nur noch 30 Tage visafrei. Welches Visum passt für sechs Wochen, fürs Remote-Arbeiten oder fürs Auswandern? Mit Checkliste.

  • Seit dem 15. September 2026 gibt es für Deutsche, Österreicher und Schweizer nur noch 30 Tage visafrei pro Einreise.
  • Für sechs Wochen bis drei Monate ist das Touristenvisum die richtige Wahl.
  • 60 Tage, plus 30 Tage Verlängerung vor Ort.
  • Das DTV verlangt seit dem 31. August 2026 einen Wohnsitznachweis im Antragsland und ein Führungszeugnis.
  • Wer auswandert und ein reguläres Bankkonto braucht, kommt bei vielen Banken am Non-Immigrant O nicht vorbei.
  • eVisa ist kein Visum, sondern nur das Online-Verfahren. Die TDAC brauchen trotzdem alle.

Die meisten Visafragen beginnen im Moment an der falschen Stelle. Gefragt wird nach dem eVisa, nach Formularen und Gebühren. Die bessere erste Frage ist eine andere. Wie lange wollen Sie bleiben, und was wollen Sie in dieser Zeit tun?

Seit Mitte September 2026 hängt davon mehr ab als früher. Die visafreie Einreise, auf die sich viele in der Orientierungsphase verlassen haben, reicht nur noch für 30 Tage. Wir gehen die typischen Situationen einzeln durch und zeigen, welches Visum jeweils passt.

Was sich im September 2026 geändert hat

Seit dem 15. September 2026 dürfen Staatsangehörige vieler Länder, darunter Deutschland, Österreich und die Schweiz, nur noch 30 statt 60 Tage pro Einreise visafrei bleiben. Einreisen ohne vorher beantragtes Visum können Sie weiterhin, solange der Zweck touristisch ist. Beim Immigration Office lässt sich der Aufenthalt grundsätzlich um 30 Tage verlängern.

Stefan Fabbro, Geschäftsführer der FS Consulting Co., Ltd. in Pattaya, bekommt die Folgen direkt zu spüren. „Seit Bekanntwerden der neuen Regelung beobachten wir bei uns einen deutlichen Anstieg der Anfragen und Aufträge für das 60-Tage-Touristenvisum.“ Viele, die bisher einfach ohne Visum eingereist sind, müssen jetzt neu rechnen.

Zwei Wochen vorher, am 31. August 2026, hat sich schon das DTV verändert. Dazu gleich mehr.

Vier Pläne und das passende Visum

Die meisten Aufenthalte lassen sich einer von vier Situationen zuordnen. Suchen Sie sich Ihre heraus.

Sie bleiben höchstens vier Wochen

Ein Urlaub, eine Wohnungsbesichtigung, ein erster Eindruck von Hua Hin oder Chiang Mai. Dafür reicht die visafreie Einreise. Vorab erledigen müssen Sie nur die Thailand Digital Arrival Card (TDAC), die seit dem 1. Mai 2025 für alle ausländischen Reisenden Pflicht ist.

Mit einer Verlängerung um 30 Tage kommen Sie theoretisch auf rund 60 Tage. Das bedeutet einen Behördengang mitten im Aufenthalt. Wer schon beim Buchen weiß, dass es länger wird, plant besser gleich anders.

Sie bleiben sechs Wochen bis drei Monate

Überwintern oder eine längere Probezeit vor der eigentlichen Auswanderung. Hier ist das Touristenvisum die naheliegende Lösung. Es erlaubt bis zu 60 Tage pro Einreise, beim Immigration Office kommen grundsätzlich 30 Tage Verlängerung dazu. Zusammen sind das rund 90 Tage am Stück.

Beantragt wird komplett online über das offizielle Portal thaievisa.go.th. Sie laden die Unterlagen hoch, das Visum kommt per E-Mail.

Ein Punkt wird oft übersehen. Bei vielen Visa muss die Einreise innerhalb von 90 Tagen nach Ausstellung erfolgen, sonst erlischt das Visum. Wer im Juli beantragt und erst im November fliegt, steht am Flughafen mit einem ungültigen Visum da.

Zur Bearbeitungszeit hat Stefan Fabbro eine klare Einschätzung. „Bei vollständigen und plausiblen Anträgen werden Touristenvisa und viele Non-Immigrant-O-Anträge häufig innerhalb weniger Werktage bearbeitet. Eine Garantie gibt es aber nicht.“ Wie lange es tatsächlich dauert, hängt von Botschaft, Kategorie, Vollständigkeit und möglichen Rückfragen ab.

Sie arbeiten remote

Für digitale Nomaden, Remote Worker und Freelancer gibt es seit 2024 das Destination Thailand Visa, kurz DTV. Es gilt fünf Jahre und erlaubt mehrfache Einreisen. Neben Ortsunabhängigen richtet es sich an Teilnehmer bestimmter Soft-Power-Aktivitäten.

Das DTV war beliebt, weil der Antrag vergleichsweise einfach war. Seit dem 31. August 2026 ist das vorbei. Statt eines Nachweises, wo Sie sich gerade aufhalten, verlangen die Botschaften jetzt einen Nachweis Ihres dauerhaften Aufenthalts im Land der Antragstellung. Dazu kommt ein Führungszeugnis, offiziell Certificate of Criminal Record Clearance.

Was das praktisch bedeutet? Als Tourist in Kambodscha oder Malaysia schnell ein DTV beantragen, das funktioniert so nicht mehr. Der realistische Weg führt über das Land, dessen Staatsangehörigkeit Sie haben. Stefan Fabbro bringt es auf den Punkt. „Vor allem wer bisher davon ausgegangen ist, das DTV während eines Aufenthalts in einem beliebigen Drittstaat beantragen zu können, muss seine Planung jetzt ändern.“

Wie alt das Führungszeugnis sein darf und welche Behörde es ausstellen muss, legt die jeweilige Botschaft fest. Klären Sie das, bevor Sie es beantragen. Mehr Hintergrund zum Visum finden Sie im DTV Faktencheck von FS Consulting.

Sie wollen dauerhaft bleiben

Viele reisen erst visafrei ein und wollen danach auf ein Non-Immigrant O umsteigen. Einer der Hauptgründe ist das Bankkonto. Viele Banken eröffnen reguläre Konten nur mit Non-Immigrant-Status. Touristenvisum, visafreie Einreise und DTV reichen dort nicht.

Das Non-Immigrant O ist die übliche Grundlage etwa für Rentner und Ehepartner von Thais, von der aus später die Jahresverlängerung beantragt wird. Details dazu stehen im Artikel zum Rentnervisum, zum Konto selbst im Ratgeber Bankkonto für Ausländer.

Interessant für alle, die bereits in Thailand sind, ist der Umweg über Vietnam. „Wir haben in den vergangenen Monaten deshalb immer häufiger Non-Immigrant-O-Anträge über Vietnam begleitet“, sagt Stefan Fabbro. Der Grund ist einfach. Vietnam ist von Thailand aus schneller und günstiger erreichbar als Europa. Die Voraussetzungen der dortigen Vertretung gelten allerdings genauso streng.

Alle vier Wege im Überblick

Welches Visum passt zu welchem Plan?

Ihr PlanVisumAufenthaltDarauf achten
Bis vier WochenVisafreie Einreise30 Tage, plus 30 Tage VerlängerungTDAC vor Abflug
Sechs Wochen bis drei MonateTouristenvisum per eVisa60 Tage, plus 30 Tage VerlängerungEinreise binnen 90 Tagen nach Ausstellung
Remote arbeitenDTV5 Jahre, mehrfache EinreiseSeit 31.08.2026 Wohnsitznachweis und Führungszeugnis
Auswandern mit BankkontoNon-Immigrant OGrundlage für die JahresverlängerungAntrag auch über Vietnam möglich

Warum eVisa die falsche Suchanfrage ist

Fast alle suchen gerade nach dem eVisa. Dabei ist eVisa gar keine Visakategorie. Es ist nur das elektronische Verfahren, über das Sie Touristenvisum, verschiedene Non-Immigrant-Visa und das DTV beantragen. Wer ein eVisa beantragen will, muss sich also zuerst entscheiden, welches Visum er eigentlich braucht.

Genauso wenig ist die TDAC ein Visum. Die digitale Ankunftskarte füllen Sie zusätzlich aus, egal ob Sie visafrei oder mit Visum einreisen. Wie das geht, erklärt die Anleitung zum TDAC Formular.

Checkliste vor dem Antrag

Die meisten Ablehnungen haben banale Ursachen. Und die Visagebühr bekommen Sie auch bei einer Ablehnung nicht zurück. Gehen Sie diese Punkte durch, bevor Sie auf Absenden klicken.

Vor dem Absenden prüfen

  • Aufenthaltsdauer und Zweck stehen fest, die Visakategorie passt dazu.
  • Passnummer, alle Namen einschließlich Mittelname und das Geburtsdatum stimmen exakt mit dem Reisepass überein.
  • Alle Dokumente sind lesbar, vollständig und in der verlangten Form hochgeladen.
  • Sie kennen die Anforderungen der Auslandsvertretung, bei der Sie tatsächlich beantragen.
  • Der geplante Flug liegt innerhalb von 90 Tagen nach dem voraussichtlichen Ausstellungsdatum.
  • Für das DTV liegen Wohnsitznachweis und Führungszeugnis bereit.
  • Die TDAC ist vor dem Abflug ausgefüllt.

Genau diese Vorbereitung empfiehlt auch Stefan Fabbro. „Deshalb sollte man den Antrag nicht einfach nach dem Motto abschicken: Wir schauen einmal, was passiert. Die richtige Visa-Kategorie und die passenden Nachweise sollten vorher feststehen.“

Was das für Ihre Planung bedeutet

Die kürzere visafreie Zeit trifft vor allem die, die Thailand vor der Auswanderung erst einmal ausprobieren wollen. Für einen längeren Testaufenthalt führt kaum ein Weg am Touristenvisum vorbei. Wer remote arbeitet, sollte das DTV aus der Heimat heraus beantragen. Und wer bleiben will, plant den Wechsel auf das Non-Immigrant O früh, weil am Status auch das Bankkonto hängt.

„Das System funktioniert“, sagt Stefan Fabbro. „Aber es funktioniert am besten dann, wenn man vor dem Antrag genau weiß, welches Visum man benötigt und welche Unterlagen dafür auf der jeweils zuständigen thailändischen Auslandsvertretung verlangt werden.“

Wer seinen Aufenthalt versehentlich überzieht, riskiert Bußgelder und Probleme bei späteren Einreisen. Was dann droht, steht im Überblick zu Overstay und Strafen.

Wichtiger Hinweis

Visabestimmungen können sich jederzeit ändern. Maßgeblich sind immer die aktuellen Vorgaben der zuständigen thailändischen Botschaft oder des Konsulats.